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Dummytraining so geht’s!

Auslastung mit Dummytraining – so förderst du die Bindung zu deinem Hund mit Apportieren

 

Wer mir auf Instagram folgt, weiß sicher über unsere gemeinsame Leidenschaft Bescheid: Dummytraining. Das Dummy-Training ist für mich nicht nur die ideale Möglichkeit Flummi auszulasten, es fördert auch die Bindung zwischen Hund und Halter und hat keine negativen Aspekte, wie zum Beispiel das Spiel mit einem Ball.

In diesem Blogbeitrag möchte ich euch nicht nur erklären, welche Vorteile das Dummy-Training in euren Alltag bringt, ich gebe euch auch konkrete Trainingsschritte, damit ihr positiv mit dem Dummy-Training starten könnt!

 

Die Vorteile des Dummytrainings

Körperliche und Geistige Auslastung

Ich liebe das Dummy-Training mit Flummi weil es sie körperlich und geistig fordert. Flummi ist nach einer halben Stunde genauso erledigt wie nach 1,5 Stunden spazieren. Es ist viel hilfreicher seinen Hund auf diese Art und Weise auszulasten, als mit hirnlosen Ballspielen. Denn beim Ballspiel hetzt euer Hund ohne jede Impulskontrolle dem Ball nach und bringt ihn zurück. Oder auch nicht. Regeln gibt es meistens nicht wirklich.

Starke Bindung durch gemeinsames Training

Ein weiterer Vorteil des Dummy Trainings ist für mich, dass die Bindung gestärkt wird. Ich bin mir ganz sicher, dass unser gemeinsames Dummy-Training ein ganz ausschlaggebender Grund ist, warum die Bindung zwischen mir und Flummi bereits nach nicht mal 1,5 Jahren so gut ist! Gemeinsamer Sport verbindet und es gibt für Hund und Halter nichts Besseres als gemeinsame Erfolgserlebnisse. Diese bleiben bei alltäglichen Spaziergängen leider meistens auf der Strecke.

 

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Das braucht ihr für das Dummytraining mit Hund

Futterdummy*

Besonders für faule Anfänger, ist das Futterdummy ideal. Der Hund verbindet das Dummy direkt mit einer Belohnung! Hier geht es zur Anleitung für ein DIY Futterdummy!

Dummy*

Achtet besonders auf die richtige Größe! Sogar für Chihuahuas gibt es geeignete Dummies!

Leckerlies 

Unbedingt reichlich besorgen und dabeihaben. Wir schon bei der Kontaktübung empfehle ich, eine ganze Mahlzeit mit auf den Trainingsplatz zu nehmen. So ist euer Hund nochmal motivierter und ihr braucht keine Angst zu haben, euren Hund zu überfüttern.

Leckerlibeutel*

Damit habt ihr beide Hände frei und das erleichtert euch die Arbeit besonders

Hundepfeife*

Für Fortgeschrittene Dummy-Profis. Wie ihr sie einsetzen könnt, erfahrt ihr weiter unten im Beitrag.

 Hier findet ihr unsere Alltags-Ausstattung für Hund & Halter

Basics im Dummytraining

1. Schritt zum perfekten Dummytraining

Das wichtigste Kommando beim Dummy-Training ist eigentlich das Apportieren. Das heißt euer Hund sollte auf Kommando Gegenstände bringen können.

Übung Apportieren

Wenn euren Hund das Apportieren so ganz und gar nicht interessiert, könnt ihr auch ganz einfach mit einem Ball beginnen. Werft einfach einen Gegenstand einen halben Meter und motiviert euren Hund euch den Gegenstand wieder zu bringen. Wenn er euch den Gegenstand dann bringt (hier ist es noch egal ob er ihn fallen lässt oder ihn euch in die Hand gibt) belohnt ihr ihn mit einem Leckerli. Je nachdem wie viel Spaß es eurem Hund macht oder wie faul er ist, würde ich extrem gute Leckerlis verfüttern. Ihr könnt den Grad der Leckerlis (von lecker bis super-OMG-lecker) auch je nach Leistung steigern. Übt das Bringen solange bis euer Hund die geworfenen Gegenstände zuverlässig zu euch zurückbringt.

Achtung für jedes Training gilt: Loben nicht vergessen!

2. Schritt zum perfekten Dummytraining

Der nächste Schritt wäre dann, dass euer Hund mit dem Gegenstand im Mund zu euch kommt, sich setzt und euch den Gegenstand in die Hand legt, bzw. den Gegenstand abgibt.

Übung Dummy Abgeben

Hierfür ist eure Geduld gefragt. Es gibt wie immer mehrere Methoden das Geben zu erlernen, Flummi hat es auf die denkbar einfachste Version gelernt. Es war so simpel, dass ich mich damals richtig arg gewundert habe. Der Gegenstand liegt einfach vor euch am Boden, ihr zeigt darauf und sagt „gib“ oder ein anderes Kommando eurer Wahl. Wenn euer Hund euch nun anschaut wie ein Autobus, bleibt einfach dran und ermutigt ihn mit Gesten oder wiederholen des Kommandos. Wir Menschen neigen oft zur Ungeduld. Lasst eurem Hund Zeit, dieses neue Kommando zu verstehen und lobt ihn überschwänglich für jede Reaktion in die richtige Richtung. Diese Art des Lernens fällt sozusagen unter die Trainingsmethode „freies Formen“ ihr gebt eurem Hund den Raum und den Rahmen ein neues Kommando selbst zu erlernen. Ich bin gespannt wie euer Hund auf diese Übung anspringt.

Wie euer Hund einen Dummy nach Hause trägt, lest ihr hier!

3. Schritt zum perfekten Dummytraining

Der Hund sollte lernen das Dummy erst zu apportieren, wenn man ihm ein Zeichen bzw. ein Kommando gibt. Bis das Kommando ertönt, sollte euer Hund ruhig sitzen bleiben können.

Übung Abwarten

Dieser Teil des Apportierens hat sehr sehr viel mit Impulskontrolle zu tun. Je nachdem wie gut ihr in eurer Freizeit schon die Impulskontrolle übt, wird euer Hund diese Übung meistern. Am besten probiert ihr es einfach aus: gebt eurem Hund das Signal „Sitz“ verdeutlicht dies mit einem Handzeichen (z.B. Stopp) und werft den Gegenstand. Wenn euer Hund nun aufspringt und den Dummy holen will habt ihr drei Möglichkeiten: 1. Ein „nein“ lässt euren Hund stoppen und er kommt zu euch zurück 2. Ihr setzt den Rückruf ein und habt somit schon ein gutes Rückruftraining (Belohnen nicht vergessen) oder 3. Ihr habt einen „Assistenten“ dabei der das Dummy aufhebt, bevor der Hund es erreichen kann. Wichtig ist, dass der Hund das Dummy nicht erreichen kann, so lernt er, dass euer Kommando bzw. das Sitzenbleiben keine Bedeutung hat. Für viele Hunde, besonders für Retriever ist das Apportieren selbstbelohnend. Daher sollte man bei dieser Übung gut aufpassen!

 

Das war’s dann eigentlich auch schon. Wie ihr euren Hund dazu bringt Dinge zu apportieren ist immer sehr individuell. Aber mit diesen Übungen solltet ihr es eigentlich ganz gut schaffen euren Hund zu motivieren! 😄

 


Hier habe ich ein Beispiel für euch, wie das Apportieren bei einem sehr erfahrenen Mensch-Hund-Team aussieht:

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[Werbung] Prims first water retrieves😍 – she is doing so well (no shaking😁)!😍 _____________________________________ Heute haben wir das gute Wetter genutzt und sind an einen See gefahren. Da Prim die Abgabe an Land mittlerweile wirklich gut und sicher beherrscht haben wir uns mal an einen Wasserapport gewagt. Bisher ist sie nur ab und an mal (eher aus Versehen😅) geschwommen, also war ich gespannt wie sie sich anstellen wird. Fazit: Findet sie super😄💕. Und wie schön und schnell sie (ohne sich zu schütteln) rausflitzt😍. Mit dabei die neue Lieblingsleine von @kensonsfordogs (diese Farben😍💕) #thatchblack #thatchblackkennel #yellowlab #yellowlabsquad #labphotooftheday #labrador #retriever #dummytraining #dummyarbeit #boots #primrose #fieldtrialretrievers #workinglab #workinglabrador #jakthund #jaktlabbe #fieldsports #countrysports #gundog #gundogtraining #hund #huntingdog #birddog #training #retriever #blacklab

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Hier nochmals der Link zum Video.

Übrigens sind Lena und ihrer Hunde Abbey, Rose, Prim and Ole ein super Vorbild, was apportieren betrifft. Schaut unbedingt mal bei ihnen auf Instagram vorbei. Als ich sie vor knapp einem Jahr entdeckt habe, bin ich aus dem Staunen gar nicht mehr rausgekommen und war mehr als begeistert von so viel Leidenschaft ihrer Hunde für die Arbeit!


Variationen im Dummytraining

Sobald euer Hund die Basics beherrscht könnt ihr schnell variieren und die verschiedensten Übungen ausprobieren. Flummi und ich lieben zum Beispiel Suchspiele. Welche Varianten wir sonst noch so trainieren, siehst du hier:

Suchspiele

Unsere liebste Variation des Dummytrainings. Wenn ihr euch jetzt fragt, warum ich nicht einfach Leckerlis am Boden verstecke: Flummi neigt dazu alles am Boden befindliche zu fressen. Daher ist für Hunde wie Flummi eher kontraproduktiv dieses Verhalten durch das offene verstecken von Leckerlis zu verstärken. Denn ein Hund wird den Unterschied zwischen von uns gestreuten Leckerlis am Boden und giftködern wahrscheinlich nicht oder nur sehr schwer unterscheiden können. Daher machen wir Suchspiele mit einem Apportel wie zum Beispiel einem Futterdummy oder für fortgeschrittene auch mit einem normalen Dummy. Hierfür verstecke ich das Dummy einfach in einem gewissen Bereich, lege (je nach Schwierigkeitsgrad) auch noch Fake-Dummies (meine Hand berührt einfach den Boden, oder ich lege das Dummy hin, hebe es jedoch wieder auf um es schlussendlich wo anders zu platzieren). Der Hund bleibt während das Dummy versteckt wird immer im Sitz auf dem Platz an dem man ihn zurückgelassen hat (hallo Impulskontrolle!!). Wenn ihr dann zu eurem Vierbeiner zurückkehrt, lasst ihn das Dummy ganz normal apportieren. Wenn eurer Hund lange braucht um es zu finden, könnt ihr ihm Hilfestellungen geben oder es beim nächsten Mal einfacher verstecken. Ich verspreche euch es wird eurem Hund mit Sicherheit ganz viel Freude bereiten!

 

Klassisches Apportieren

Back to the Basics! Auch wenn man 1000 Variationen des Dummytrainings versuchen kann, es ist manchmal ganz hilfreich wieder ganz von vorne anzufangen und zu versuchen, die „normalen“ Apportier-Übungen 100%ig korrekt durchzuführen. Also: perfekte Impulskontrolle. Perfektes Apportieren ohne Umwege. Das korrekte halten des Dummies (nämlich mittig). Auch wir sind von dem Apportieren der Profis beim Hundesport noch weit entfernt, wenn man sich aber öfter mal daran erinnert, dass es immer noch ganz viel Luft nach oben gibt, entfacht neue Leidenschaft für dieses schöne Training. Falls ihr es genauer wissen möchtet kann ich euch ein Buch ans Herz legen, in dem Schritt für Schritt das ganz klassische Apportieren beschrieben wird, so wie es beim Hundesport gewünscht ist! Das Trainingsbuch für Retriever (aber nicht nur für Retriever) von Norma Zvolsky.

Apportieren mit der Hundepfeife

Eine sehr fortgeschrittene Variante mit der Flummi und ich auch noch etwas hadern. Ziel sollte es sein, seinem Hund nur mit Kommandos aus der Pfeife die Signale zum Apportieren zu übermitteln. Da dies aber eine ganz neue Herausforderung ist, stärkt dies auch bei Apportier-Profis den Zusammenhalt und die Bindung!

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Illustration von Aram & Abra

 

Ich hoffe, ich konnte euch mit diesem Blogbeitrag das richtige „Handwerkszeug“ geben um mit eurem Hund das Training zu starten. Ich bin sehr gespannt auf eure Erfahrungsberichte. Wenn ihr Fragen zu den Übungen und Trainingsschritten habt, freue ich mich wie immer sehr über eure Mails & eure Nachrichten auf Instagram oder Facebook.

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One comment

  1. Also, mit einfachen werfen und bring spielchen Gewinne ich bei meinem Hund keinen Blumentopf.

    Im appotieren sieht er (noch) keinen Vorteilhaften Nutzen und ein versteckter Dummy ist langweilig wenn er den findet.

    „Was tot ist, braucht auch nicht gejagt werden.“ Das war die Aussage meines Hundes beim Thema Dummy Training und seine zweite Antwort dazu war „Boah Alte, ich hab dir das Futter jetzt drei Mal gebracht und du wirfst es wieder weg! JETZT FRESS ICH ES ALLEIN!“

    Unsere Lösung war, mit einer Schnur den Dummy zum Leben zu erwecken und das er zu flüchten versucht wenn er gefunden und aufgestöbert wurde. Das zweite Problem, das ihn den gleichen Dummy wieder und wieder zu bringen zu doof war, haben wir so gelöst das ich drei verschiedene Dummys habe und die abwechselnd oder nur einmal erbeutet werden. So nach der Logik, „Die Ente muss nicht drei Mal getötet werden, sie ist schon beim ersten Mal tot.“ besonders wenn demonstrativ der Dummy im Maul zur Sicherheit noch Tot geschüttelt wird.

    Mir ist nicht wichtig das Mein Hund den Beutel zu mir appotiert und ihn mir in der Hand abgibt. Sondern das er es sinnig findet sich mit dem Beutel zu beschäftigen und Spaß daran hat, wenn eine kleine Hetzjagd dabei statt findet. Oder wenn er den Dummy mit selbstüberwindung aus einer schwer erreichbaren Position geholt hat – danach feiert er sich selbst und läuft drei Runden im Kreis mit dem Dummy im Maul als Sieger Pokal.

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