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Die Bindung zwischen Hund und Mensch – Kiki und Lisa von Pawsitive Life Coaching erzählen, warum nichts falsch daran ist seinen Hund zu lieben und es ihm auch zu zeigen!

Heute habe ich einen ganz besonderen Blogbeitrag für euch. Denn Kiki und Lisa von Pawsitive Life Coaching haben sich Zeit für euch und damit auch für mich genommen, um mir einige Fragen zum Thema Bindung zwischen Mensch und Hund zu beantworten. Das Interview ist ehrlich und ermutigt zum Arbeiten an der eigenen Mensch-Hund-Beziehung. Ich freue mich wahnsinnig über die Gelegenheit dieses Interviews und hoffe, dass ihr genauso begeistert seid wie ich! ❤️


Warum ist Bindung eurer Meinung nach für ein Mensch-Hund-Team so wichtig?

Kiki: Wir sind der Meinung, dass Training nur erfolgreich stattfinden kann, wenn eine Bindung zwischen Mensch und Hund vorhanden ist. Das Problem ist, dass die Menschen heutzutage, sehr trainings- und kopflastig sind. Wenn sie sich einen Hund anschaffen, ist das Erste was sie sich überlegen, wie viele Stunden am Tag sie ihren Hund auslasten können, welchen Hundesport sie machen werden, wann sie am besten anfangen sollten die Leinenführigkeit zu lernen oder wie sie den Rückruf am besten lernen. Diese Gedanken sind super, aber irgendwann kommen diese Menschen an eine Grenze, an der sie merken, es geht mit dem Training nicht weiter und sind dann frustriert. Sie verstehen nicht warum es nicht funktioniert, obwohl sie soviel Energie und Mühe in das Training investieren.

Lisa und mir ist das auch passiert und wir haben uns gefragt, was uns im Zusammenleben mit Hund einfach wichtig ist. Wir haben für uns herausgefunden, dass wir nicht so trainingslastig leben möchten und, dass uns das Verständnis zum Hund und das Zusammenleben mit Hund viel wichtiger ist. Der Hund lebt ja nicht nur für das Training. Man holt sich auch keinen Hund nur für das Training, sondern um ein neues Familienmitglied, einen Partner an der Seite zu haben.

Lisa: Bindung ist die Grundlage und das Fundament, auf dem man hinterher mit Training aufbauen kann. Wieso sollte der Hund eine Motivation haben mit seinem Menschen zusammenzuarbeiten, wenn keine Bindung zwischen Mensch und Hund stattfindet? Bindung baut man zwar auch auf, wenn man mit dem Hund trainiert, aber da gehört so viel mehr dazu. Wichtig wäre es zum Anfang zurück zu spulen und sich zu fragen warum man den Hund zu sich geholt hat. Wahrscheinlich nicht um sich mit anderen zu vergleichen, sondern ein Leben mit Leichtigkeit und Freude zu führen und genau das zu leben, womit der Hund einen auch ansteckt: gemeinsam über die Felder zu rennen, Spaß zu haben. Denn wer macht das heutzutage noch ohne Hund? Der Hund hat einen einzigartigen Charakter und kann so viel mehr zum Zusammenleben beitragen als viele Hundehalter momentan annehmen. Man kann eine richtig enge und wertvolle Beziehung zu seinem Hund aufbauen und das würden wir gerne weiter stärken und den Hund auch als Individuum stärker wahrnehmen und unterstützen.

„Wir führen den Menschen dahin, selbst eine Lösung für sich und seinen Hund zu finden“ Kiki von Pawsitive Life Coaching

Woran erkennt man eine gute Bindung zwischen Mensch und Hund?

Lisa: Wichtig ist es zu wissen, dass man eine Bindung nicht einmal aufbaut und sie dann für die Ewigkeit da ist. Bindung ist ein Prozess der nie zu Ende sein wird. Man wächst gemeinsam mit dem Hund da rein. Viele denken, wenn der eigene Hund jagen geht, hat man eine schlechte Bindung. Aber die Bindung zwischen Mensch und Hund ist nicht schlecht, nur weil der Hund jagen geht. Dieser Denkfehler ist in den Köpfen vieler Menschen verankert, auch wenn euer Hund nicht jeden Tag ganz nah an eurem Körper kuscheln möchte, habt ihr trotzdem keine schlechte Bindung. Denn jeder Hund ist individuell, genau wie seine Menschen, darum ist die Bindung zwischen Mensch und Hund bei jedem Team anders.

Kiki: Es gibt aber natürlich ein paar Säulen an denen man sich orientieren kann. Wir haben die drei Säulen der Mensch-Hund-Bindung entwickelt, die dem Halter helfen sich zu orientieren.

Diese drei Säulen bilden das Fundament der Bindung:

  • Säule – Sicherheit (die wichtigste Säule)

Sicherheit ist das größte Bedürfnis, sowohl bei Menschen als auch bei Hunden.

  • Säule – Strukturen & Rituale

Rituale helfen die Bindung zum Hund zu stärken.

  • Säule – Zuneigung

Zeichen der Zuneigung sind beispielsweise Streicheleinheiten oder Kontaktliegen. Hier wird auch oftmals fälschlicherweise gedacht, dass man beim Kontaktliegen aufeinander liegen sollte, es ist aber häufig so, dass Hunde auch auf Distanz kontaktliegen.

An diesen drei Säulen kann man erkennen, wie intensiv die Bindung zwischen Hund und Halter ist. Das kann natürlich von Säule zu Säule unterschiedlich sein. Man kann die Sicherheit zum Beispiel in Situationen erkennen in denen sich euer Hund unsicher fühlt. Orientiert er sich an euch und fühlt er sich bei euch sicher? Wenn sich euer Hund in einer Stress- oder Angstsituation an euch orientiert, ist das ein super Zeichen, und ihr seid auf dem richtigen Weg. Ansonsten helfen auch noch Strukturen und Rituale die fest in den Alltag integriert werden, die Bindung zu stützen, genau so wie Zuneigung.

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Die drei Säulen erlernen

In unserem Kurs emPAWer your life gibt es zu jeder Säule ein Modul. Man befasst sich also mit jeder Säule eine ganze Woche lang und widmet sich einen ganzen Monat lang dem Fundament Bindung. Uns ist es wichtig, dass jeder seinen eigenen Weg mit seinem Hund geht und auch seinen Hund besser kennenlernt. Denn jeder Hund ist individuell und ihn zu kennen, hilft auch in den verschiedensten Alltagssituationen. Wir führen den Menschen dahin, selbst zum Lösungsfinder zu werden und Lösungen für sich und seinen Hund zu entwickeln, denn kein Mensch-Hund-Team ist gleich und kein Training funktioniert für alle Hunde gleich.

„Gehe deinen Weg mit deinem Hund“ Kiki von Pawsitive Life Coaching

Vor welchen Hürden standet ihr in eurer Beziehung mit euren Hunden und wie habt ihr sie überwunden?

Lisa: Bevor Finn bei mir eingezogen ist, hatte meine Familie immer schon Hunde. Mit dem Schäferhund von meinem Papa habe ich viel Hundesport gemacht, bin 3x bis 4x die Woche am Hundeplatz gewesen und bin mit ihm auch auf Meisterschaften und Turniere gefahren. Nachdem unser Hund gestorben war und Finn einzogen ist, wollte ich genau dort mit Finn weitermachen. Finn ist aber ein ganz anderer Hund. Das Training gestaltete sich auch komplett anders. Ich habe angefangen, zu hinterfragen, was ich hier mache. Mein Hund hat gelernt sportlich aktiv zu sein, aber nicht gelernt zur Ruhe zu kommen. Das war der springende Punkt für mich, wo ich gesagt habe, ich möchte am Trainingsstil etwas ändern und mehr Ruhe integrieren. Das erste Jahr habe ich mit Finn noch ziemlich viel trainiert und dann ist es aber immer mehr aufgelaufen, weil wir immer mehr Ruhe in unser Leben lassen wollten. Ganz ganz oft wurde ich dann gefragt“ Boah, wie schaffst du es, dass dein Hund so schön an der Leine geht und so aufmerksam ist?“ – ich konnte das anfangs noch gar nicht in Worte fassen und sagte einfach „ich mach’ einfach“, das war so ein richtiges Bauchgefühl. Erst als ich dann mit Kiki Kontakt hatte und wir uns gegenseitig die richtigen Fragen zum richtigen Zeitpunkt gestellt haben, konnte ich es in Worte fassen, was sich über die Jahre entwickelt hat und was ich daraus mitnehmen konnte. Früher war mir das alles nicht bewusst und überhaupt nicht greifbar. Erst durch die vielen Gespräche und Selbstreflektion war das alles für mich greifbar und dann konnte ich es auch mit Samu umsetzen.

Hier geht es zur ganzen Geschichte von Lisa, Finn & Samu

 

Kiki: Bei uns war es der Klassiker: Hundebegegnungen. Ich hatte mit Nala ganz arge Probleme bei Hundebegegnungen mit einem konkreten Hund. Jedes Mal wenn uns der Hund entgegen kam, oder Nala ihn im Treppenhaus gehört hat, ist sie komplett hochgefahren und konnte sich kaum noch halten. Ich habe mit allen klassischen Trainingsmethoden gearbeitet: mit dem Clicker, mit Ablenkung, mit Leckerlies, alles was pauschal empfohlen wird – nichts hat funktioniert. Nala hat sich in diesen Situationen immer so sehr in die Leine geschmissen, dass sie gewürgt hat. Ich konnte sie auch kaum noch halten. Irgendwann bin ich an den Punkt gekommen, dass ich keine Kraft mehr hatte mich dagegen zu wehren und habe innerlich meine Anspannung losgelassen und einfach aufgegeben. In dem Moment, in dem ich die Anspannung hab fallen lassen, ist Ruhe eingekehrt. Und in diesem Moment ist auch bei Nala Ruhe eingekehrt und ihr Verhalten hat sich geändert. Zuerst dachte ich, es ist ein Zufall und habe es dann auch beim zweiten und dritten Mal versucht und es ist mir wieder aufgefallen. Dann ist mir bewusst geworden, dass meine innere Einstellung und mein Verhalten einen Einfluss darauf haben, wie sich mein Hund verhält. Durch meine Stimmung kann ich meinem Hund Sicherheit vermitteln. Erst da habe ich es geschafft, Nala dazu zu bekommen ansprechbar zu werden. Dann kann man auch mit Training gut einsetzen. Wir verteufeln das Training nicht, denn Training ist super wichtig, aber im ersten Schritt sollte immer erst an der Bindung gearbeitet werden, damit mein Hund mir vertrauen kann und ich ihm Sicherheit vermitteln kann. Das war für mich der größte Game Changer und der Zeitpunkt, an dem ich durch Atemtechniken, Visualisierung und Meditation an meiner inneren Einstellung zu arbeiten begann. Das war auch der Punkt wo ich mir gedacht habe, dass müssen mehrere Menschen erfahren, denn das ist das Einzige was weitergeholfen hat. Ruhe ist der Schlüssel für ganz viele Probleme.

Hier könnt ihr euch die Geschichte von Kiki & Nala noch genauer durchlesen!

 

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Viele Hundebesitzer sind berufstätig, haben deshalb weniger Zeit für den Hund und fühlen sich verunsichert, was die Mensch-Hund-Bindung betrifft. Habt ihr Tipps wie man trotz weniger Zeit eine intensive Bindung zu seinem Hund aufbauen kann? Stichwort Quality Time?

Lisa: Quality Time ist da schon sehr sinnvoll, wenn man nur eine begrenzte Zeit hat. Man könnte Rituale aufbauen, wo wir wieder beim Thema Bindung wären, die nur für euch und euren Hund sind. Eine sanfte Fellpflege machen oder mit dem Hund meditieren um gemeinsam in den Tag zu starten. Ein Begrüßungsritual wenn man von der Arbeit nach Hause kommt, ist auch super wichtig. Bei der Begrüßung wird Oxytocin ausgeschüttet, was ja das Bindungshormon ist und vor allem wird Cortisol schneller abgebaut. Würden wir den Hund erst mal ignorieren wird kein Oxytocin ausgeschüttet und kein Cortisol abgebaut, das wäre also eher kontraproduktiv. Aber auch ein Abschiedsritual ist wichtig, um dem Hund verständlich zu machen „hey ich bin jetzt bei der Arbeit aber ich komme wieder, es ist alles okay“.

Kiki: Also wenn man echt nicht viel Zeit hat und vielleicht nur 10-15 Minuten Zeit hat um etwas für seine Bindung zu tun, kann ich empfehlen mit dem Hund zu tricksen. Weil gemeinsame Erfolgserlebnisse mega gut für die Bindung geeignet sind. Gerade auch weil Hunde merken, wenn man sich ehrlich und offen freut. Tricksen ist somit total bindungsfördernd und intensiv. Man nimmt sich bewusst für den Hund Zeit, da reichen auch 10 Minuten aus. Wenn man keinen neuen Trick lernen möchte, dann kann man Tricks machen, die dem Hund Spaß machen. Nala findet es total toll um meine Beine rumzulaufen und sich dann zwischen meine Beine zu setzen. Sie liebt das. Wenn ich wenig Zeit habe, mache ich eine Übung die sie gut kann, und die ihr auch viel Spaß macht, denn auch das ist sehr bindungsfördernd.

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Ihr habt ja im Dezember den Online Kurs emPAWer your life herausgebracht. Was hat euch zu dem Kurs bewegt, wie ist er entstanden und was macht ihn besonders?

Lisa: Wir wollen mit dem Kurs etwas verändern! Wir wollen den Menschen etwas an die Hand geben, was ihr Leben leichter werden lässt und dabei hilft sich und seinen Hund näher kennenzulernen um die Wunder zu sehen, welche wir tagtäglich verpassen weil wir nicht bewusst durch das Leben gehen. Wir haben uns davor lange Zeit selbst mit Persönlichkeitsentwicklung beschäftigt und haben gemerkt, wenn man damit anfängt, werden einem viele Dinge bewusst und klarer. Man liebt es, dass einem diese Dinge danach einfach so bewusst sind und das soviel möglich ist und soviel Positives entstehen kann und dass das Leben mit Hund so wundervoll sein kann.

Kiki: Wir haben über 6 Monate intensiv an diesem Kurs gearbeitet, wir haben unser eigenes Konzept entwickelt um Probleme im Alltag mit Hund zu lösen. Unser Konzept ist so aufgebaut, dass wir nicht symptomatisch behandeln, sondern die Ursache finden möchten, die ganz oft in der Mensch-Hund-Bindung begründet ist. Die Lösung des eigentlichen Problems löst oftmals alle Symptome automatisch. Dieser Ansatz ist viel nachhaltiger und ganzheitlicher. Denn wie wir gerade an der Geschichte mit mir und Nala gesehen haben, ist Stimmungsübertragung und Persönlichkeitsentwicklung ein wichtiges Thema.

„Endlich traut sich jemand zu sagen: Ich liebe meinen Hund!“ Lisa von Pawsitive Life Coaching

Die wichtigsten Fakten über emPAWer your life

  • Wir haben über 6 Monate an dem Kurs gearbeitet
  • Wir haben ein eigenes Konzept etabliert
  • In dieser Form gibt es so einen Kurs noch nicht
  • Keine Symptom-Behandlung, sondern ein tiefergehender, ganzheitlicher Ansatz. Nachhaltige und ganzheitliche Problemlösung

Wir möchten Mut machen sich zu trauen, denn letztendlich kennen wir unseren Hund am besten. Hundetrainer können immer nur von außen auf den Hund blicken, und wir möchten die Menschen ermutigen sich das zuzutrauen, seinen Hund besser kennenzulernen und selbst zum Lösungsfinder für sein Mensch-Hund-Team zu werden. Dieses Konzept haben wir in den vergangenen 6 Monaten intensiv ausgearbeitet und daraus ist emPAWer your life entstanden.

„Mein Hund ist ein Bindungspartner – Mein Hund ist ein Familienmitglied und so behandle ich ihn auch!“ Kiki von Pawsitive Life Coaching

Für alle Leser die sich nun für das Thema Hund-Mensch-Bindung interessieren: Habt ihr noch spezielle Tipps?

Kiki: Auf jeden Fall solltet ihr in unseren Podcast reinhören, den findet ihr überall auf iTunes, Spotify, Youtube, auf unserer Website und natürlich auch für Android-Geräte. Der Podcast ist kostenlos und mittlerweile haben wir über 80 Folgen für euch aufgenommen. Großteils geht es auch immer um das Thema Mensch-Hund-Bindung, da kann man auch erst mal reinhören um uns kennenzulernen. Wenn man tiefer in die Hund-Mensch-Bindung einsteigen möchte, können wir natürlich unseren Online-Kurs emPAWer your life empfehlen.


Liebe Kiki und liebe Lisa, an dieser Stelle nochmal danke für das großartige Interview mit euch beiden! Ich hoffe, dass wir in Zukunft noch viel mehr von euch beiden hören und sehen werden!

 

Hund-Mensch-Bindung bei Flummi und mir

Auch Flummi und ich arbeiten jetzt intensiv an unserer Mensch-Hund-Beziehung, denn wir dürfen den Kurs emPAWer your life von Pawsitive Life Coaching exklusiv für euch testen! Also freut euch schon mal auf unseren ausführlichen Testbericht. Das erste Modul haben wir schon durch und es ist unglaublich,wie viel man mit Ruhe und Achtsamkeit erreichen kann!

 

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Exklusiv für euch und euren Hund

Für alle die jetzt Feuer und Flamme sind den Kurs zu besuchen, habe ich noch ein ganz besonderes Goodie für euch. Denn Lisa und Kiki haben mir einen Rabattcode für euch zur Verfügung gestellt. Mit dem Code EMPAWERxFLUMMY20 erhaltet ihr bis zum 30. Juni 2019 20% Rabatt auf den Kurs „emPAWer your life“.

 

Viel Spaß beim Lernen und Wachsen mit eurem Hund! ❤️

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